Drehmomentwandler sind versiegelte Einheiten, die die Motorleistung auf das Getriebe übertragen.
Stell dir zwei Ventilatoren vor, die sich gegenüberstehen. Wenn der eine eingeschaltet ist, bläst er Luft über die Schaufeln des anderen, wodurch dieser sich ebenfalls dreht. Hältst du jedoch den zweiten Ventilator fest, bleibt er trotz der Bewegung des ersten Ventilators stehen.
So funktioniert auch ein Drehmomentwandler. Der „Ventilator“, das sogenannte Laufrad, ist mit dem Motor verbunden und bildet zusammen mit der Frontabdeckung die Außenhülle des Wandlers. Der andere Ventilator, die Turbine, ist mit der Eingangswelle des Getriebes verbunden. Wenn das Getriebe nicht im Leerlauf ist, führt die Bewegung der Turbine dazu, dass das Fahrzeug sich bewegt.
Anstelle von Luft nutzt der Drehmomentwandler eine Flüssigkeit – das nicht komprimierbare Getriebeöl. Automatikgetriebe verwenden diesen Wandler, um die Kraftübertragung zu steuern. Dieser Artikel erklärt, warum Automatikgetriebe einen Drehmomentwandler benötigen und wie er funktioniert.
Der Drehmomentwandler in einem Automatikgetriebe erfüllt denselben Zweck wie die Kupplung in einem Schaltgetriebe.
Der Motor muss mit den Rädern verbunden sein, damit sich das Fahrzeug bewegt, und getrennt werden, damit der Motor im Stillstand weiterlaufen kann. Eine Methode, dies zu erreichen, ist die Kupplung, die den Motor mechanisch vom Getriebe trennt. Eine andere Methode ist die Flüssigkeitskupplung, wie der Drehmomentwandler, der zwischen Motor und Getriebe sitzt.
Im Inneren des robusten Gehäuses des Drehmomentwandlers befinden sich drei Hauptkomponenten, die zusammenarbeiten, um die Kraft an das Getriebe zu übertragen:
Die Pumpe in einem Drehmomentwandler arbeitet wie eine Kreiselpumpe. Durch ihre Drehung wird die Flüssigkeit, das sogenannte ATF (Automatic Transmission Fluid), nach außen geschleudert – ähnlich wie im Schleudergang einer Waschmaschine, die Wasser und Kleidung an die Außenwand der Trommel drückt. Durch das Herausdrücken des ATF entsteht in der Mitte der Pumpe ein Vakuum, das neue Flüssigkeit ansaugt.
Das ATF tritt dann in die Schaufeln der Turbine ein, die mit dem Getriebe verbunden ist. Die Verzahnung in der Mitte der Turbine ist der Punkt, an dem sie mit dem Getriebe gekoppelt wird. Die Turbine bringt das Getriebe zum Drehen, was letztendlich das Auto in Bewegung setzt. Die Schaufeln der Turbine sind so geformt, dass die Flüssigkeit ihre Richtung ändern muss, bevor sie aus der Mitte der Turbine wieder austritt. Diese Richtungsänderung erzeugt die Drehbewegung der Turbine.
Da die Turbine das ATF zwingt, die Richtung zu ändern, verursacht das ATF die Drehung der Turbine.
Das ATF verlässt die Turbine in der Mitte und bewegt sich in die entgegengesetzte Richtung zu der, in der es eingetreten ist. Ohne weitere Steuerung würde das ATF gegen die Drehrichtung der Pumpe und des Motors strömen, was den Motor verlangsamen und Energie verschwenden würde. Um dies zu verhindern, besitzt der Drehmomentwandler einen Stator.
Der Stator sitzt in der Mitte des Drehmomentwandlers und hat die Aufgabe, das ATF umzulenken, bevor es auf die Pumpe trifft. Dadurch wird der Wirkungsgrad des Wandlers erheblich verbessert.
Zusammengefasst ist der Drehmomentwandler eine Flüssigkeitskupplung, die dem Motor erlaubt, sich unabhängig vom Getriebe zu drehen. Er ist entscheidend für die Druckerzeugung im Automatikgetriebe und stellt die Kraft bereit, die für das Schalten der Gänge notwendig ist.
Ein verschlissener oder defekter Drehmomentwandler kann verhindern, dass das Getriebeöl korrekt unter Druck gesetzt wird, was die Funktion und den Betrieb des Getriebes beeinträchtigt. Eine systematische Überprüfung durch einen Fachmann ist der beste Weg, um Probleme zu identifizieren und eine effektive Lösung zu finden.
Wenn der Drehmomentwandler richtig abgestimmt ist, kann er erheblich zur Leistung, Effizienz und Langlebigkeit des Fahrzeugs beitragen und die Automatik in ein leistungsstarkes System verwandeln.